Der anhaltende Boom der Hörbücher


Wer kennt sie nicht, die Lust auf ein spannendes Buch. Besonders dann, wenn die Tage länger werden und es so scheint, als würde alles auf einen verregneten Novembernachmittag hinauslaufen, ist es im Bett mit einem guten Buch oft am gemütlichsten. Wenn das alles verlockend klingt, man aber am liebsten die Augen dabei schließen und richtig entspannen würde, können Hörbücher eine fantastische Alternative darstellen.

Warum Hörbücher im Kommen sind
Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Hörbücher (die es bereits seit Mitte der 1950er Jahre gibt) zwar bekannt, jedoch nicht sonderlich beliebt. Erst in den 1990er Jahren und mit dem massenhaften Aufkommen preiswerter CDs gewann das Medium an Marktakzeptanz. Einmal liegt das am Medium selbst. Eine CD ist klein, preiswert in der Herstellung und bietet Platz für über eine Stunde Material. Auch längere Werke lassen sich so, dank der äußerst geringen Abmessungen der kleinen Scheibe, sehr einfach auf kleinstem Raum unterbringen.

Ein anderer Grund sind die besonders bei Hörbüchern, von denen hohe Verkaufszahlen erwartet werden, qualitativ herausragenden Sprecher. Nicht selten wird bei Veröffentlichungen von langersehnten Romanen gleichzeitig eine Hörbuch-Version auf den Markt gebracht, die dann oftmals von prominenten Sprechern aus Film und Fernsehen gelesen werden. Das sorgt beim Endkunden dann für ein gewisses Interesse, wenn Stimmen, die man normalerweise von Bruce Willis und Co. kennt, das langerwartete Lieblingsbuch vorlesen. Außerdem haben diese Sprecher durch ihre langjährige Erfahrung als Synchronsprecher ein sehr ausgeprägtes Gefühl für Stimmungen und Klangfarben, die sie ihrer Stimme mit auf den Weg geben, und vielleicht erst dadurch einem Roman den letzten Schliff geben.

Schon vorbei?
Ein kleines Problem, das Hörbücher begleitet und kaum zu beseitigen sein dürfte, sind die Kürzungen. Kolossal umfangreiche Bücher wie die „Herr der Ringe“-Trilogie bieten so viel Material, dass bei entsprechend ruhiger und verständlicher Lesung mehrere volle Tage vergehen würden, bis man das Buch einmal vorgelesen bzw. gehört hat. Das ist natürlich weder dem Leser noch dem Hörer zuzumuten, weswegen in den allermeisten Fällen umfangreiche Bücher nur als gekürzte Hörbücher auf den Markt kommen. In diesen Fällen muss man schließlich doch zum echten Buch greifen, wenn man Wert darauf legt, die ursprüngliche, vom Autor so gewollte Fassung zu lesen.

Zu guter Letzt bieten Hörbücher natürlich eine der wenigen Möglichkeiten, damit auch Blinde in den Genuss hochwertiger Literatur kommen können. Nicht jedes Buch wird auch in Braille veröffentlicht, so dass Hörbücher für Blinde oder anderweitig sehschwache Personen einen besonderen Stellenwert haben. Insofern ist es zu begrüßen, dass der Markt für Kunden von Hörbüchern kontinuierlich wächst.

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